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Im Fokus der OMG

OMG fordert die Marktpartner zur Weiterentwicklung von Konvergenz-Währungen und crossmedialen Nettoreichweiten!

 
Die OMG begrüßt die Anstrengungen der Mediengattungen zur Ausweisung crossmedialer und konvergenter Netto-Reichweiten mit ausdifferenzierten Überschneidungsangaben. Diese Daten werden im Werbemarkt dringend benötigt um auf strategisch-planerischer Ebene mit verlässlichen „joint-industry“-Daten weiterhin wirksame Kampagnen entwickeln zu können. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass neue Entwicklungen oft nicht schnell genug dem Markt zur Verfügung gestellt wurden. Dies hat in der jüngsten Vergangenheit zu einer Verwässerung von Konventionen und Währungen geführt, der wir hiermit entschieden entgegen treten wollen.
Deshalb sollen folgende Mindesterfordernisse so schnell wie möglich und ohne politisch-taktisch geleitete, zeitlich unnötige Verzögerungen umgesetzt werden.
A)
Für die Konvergenzwährung TV/Online-Bewegtbild fordert die OMG, dass die AGF die angekündigte Konvergenzwährung aus TV- und Streaming-Reichweiten schnellstmöglich dem Markt zur Verfügung stellt. Bis Anfang 2015 erwartet die OMG ein belastbares und abgestimmtes Modell zur Zusammenführung der TV-Content-Streaming Daten mit dem AGF Fernsehpanel. Ferner erwarten wir in der ersten Jahreshälfte 2015 konkrete Konzepte zur Integration von Streaming Anbietern ohne TV-Content.
B)
Die OMG betont die Bedeutung einer Intermedia-Datei mit allen derzeit in der ma der AGMA veröffentlichten Mediengattungen, also auch mit Online. Dabei beziehen wir uns auf das im November 2013 mit OWM gemeinsam in die AGMA eingebrachte Positionspapier, das grundsätzliche Anforderungen beschreibt und klare Kontaktdefinitionen für Online definiert.
Wir erwarten in diesem Zusammenhang, dass die Zusammenführung der „internet facts“ und „mobile facts“ so schnell wie möglich vonstatten gehen soll, sodass auch zeitnah mobile Nutzungsdaten im Bestand der Intermedia-Datei zählbar sind. Außerdem plädieren wir dafür, das für Online-und Mobile geschaffene KAT2.0-Kategoriensystem als eindeutiges Basiselement zur konkreten Bildung und Klassifizierung aller Angebote und Angebotsteile für alle Plattformen mit hinzuzuziehen.
C)
Die OMG begrüßt die Entwicklung einer Radio-Konvergenzwährung innerhalb der AGMA und erwartet, dass sich alle Werbeträger und Marktpartner an diesem Modell beteiligen werden. Wir erwarten die Ausweisung konvergenter Radio-Reichweiten noch im Laufe des Jahres 2015.
D)
Die OMG wird keinerlei Bestrebungen einzelner Mediengattungen unterstützen, die darauf abzielen, konvergente Reichweitenmodelle neben der AGMA zu etablieren. Wir erwarten, dass die methodische Entwicklung und Würdigung unter AGMA-Dach stattfindet, wie es beispielsweise bei der AGMA Task Force IP Audio geschehen ist.
E)
Von den OoH-Unternehmen erwartet die OMG ein größeres Engagement für eine in der AGMA gemeinsam zu entwickelnde Bereitstellung von tageszeitabhängigen Reichweitenzahlen für digital übertragene Inhalte und Werbeschaltungen.
Wir fordern die Marktpartner auf, die nächsten Prozess-Schritte proaktiv einzuleiten und mit uns in den bestehenden Gremien konsequent weiterzuentwickeln.

Ich wünsche Ihnen allen frohe Ostern.

OMG Vorstandsmitglied

Hans Schneider

Gastbeitrag von

Heiko Zacher, Grouphead Strategische Planung, die-media

agma

 

 

 

 

Lesen bildet, sagt man zu Recht gerade in Zeiten, in denen im Medien-Dschungel einzelne TV Programme 50% Marktanteile haben. Aber bilden sich auch noch Leser?

Eine Glaubensfrage in zwei Lagern.

Ein ansatzweise guter Tag war das gestern für eine ganze Gattung. Ein Schritt in die richtige Richtung wie man allenthalben schwarz auf weiß vernehmen kann:
- Gefühlt (fast) jeder über 14 liest – das ist schon mal beruhigend
- Selbst bei den 14 – 19-Jährigen ist noch längst nicht alles digital
- Vor allem liest man nicht nur wieder mehr, sondern man liest sogar mehr(ere Mags) – deutlich über 3 um genau zu sein…Läuft…

Dass TV auf der höchsten Nutzungsplattform ever, ever… ever ist und bei Online und Mobile ja ohnehin nur nach oben der einzig legitime Weg ist, weiß man ja schon länger.
Nun wird auch wieder die Botschaft „Stabile Leistungswerte in Print, mehr Gewinner als Verlierer und dazu auch noch reproduzierbare Kontakte im Leseflowgefühl“ gerne genommen. Nicht mehr nur Qualität, man darf auch wieder Quantität erwarten.
Wo kommt bloß der ganze Content her, wenn alle Medien genutzt werden wie verrückt…und dazu noch geteilt.
Was will der Mediaplaner mehr? Kannibalisierung der Mediengattungen? Wenig zu sehen. Die würden verhungern, die Kannibalen genauso wie die Dschungelpromis, wenn Larissa sich aufmacht. Sterne zu holen.

Es gibt sie offensichtlich, die zappingfreien Leuchttürme auch noch bei einer von vielen Mediavisionären eigentlich schon gefühlt rausgewählten Gattung.

Aber es gibt natürlich auch wieder rufende Unken. War ja klar. Allenthalben wird sich auch nicht ganz zu Unrecht mit einer gewissen Ungläubigkeit die Frage gestellt: „Hä ? Wie geht das zusammen? Auflagen gehen stetig zurück wie die jährlichen Schneeprognosen zu Weihnachten, dennoch steigen die Reichweiten – hat das der ADAC erhoben? Gibt’s jetzt auch analog zum Car Sharing Boom in Deutschland einen neuen Trend zum Magazin-Sharing?“ Das Geld für Information sitzt doch nicht mehr so locker oder doch?
OK – im Gegensatz zu Online gibt´s keine gehackten und gephishten E-Mail-Adressen mit denen massig Schindluder getrieben wird und vor dem Heft sitzt man auch nicht mit der ganzen Familie wie am Lagerfeuer des Wohnzimmers. Auch draußen unterwegs kann man doch nicht vom Papierboom sprechen, wenn man auf die Invasion der „2nd screens“ blickt. Aber wo kommen sonst die ganzen Mitleser in Print her?
Erst gestern soll unbestätigten Berichten zu Folge Dr. Bob bei allen Kandidaten den neuen Focus rumgehen haben lassen mit den Worten „ Have you read this? – medical progress. No panic.“
Jetzt wird’s klar: Bei 509.983 IVW geprüften verkauften Exemplaren kann man schon mal 4,38 Mio. Leser haben. Tiefe Leser – womit wir wieder beim Leseflow wären – vor allem. Danach gleich den Stern (den zum Lesen, nicht den zum Sammeln). Dann klappt´s auch bei 772.955 verkauften Auflagen 7,07 Mio. Leser zu generieren. Wenn das jeder so macht brauchen wir keine Bordexemplare oder sonstigen Auflagen zu bemühen. Teil dein Heft… gefällt mir… DAS ist Social und hat nichts mit dem Netz zu tun. Übrigens, den Spiegel mit nur 5,87 Mio. Lesern bei 842.322 verkauften Exemplaren hat man offensichtlich nur oben im  Baumhaus rumgehen lassen.

Und jetzt wird’s heikel: Wem von den beiden Lagern soll man denn nun glauben? Der agma oder den rufenden Unken? Da ist es doch schon einfacher, 10 Sterne bei der Dschungelprüfung zu holen als ne valide Mediaplanung aufzusetzen.
Und das in einer Situation, in der Werbungtreibende und Agenturen ran müssen, wenn offensichtlich jeder lesen aber keiner mehr eine Zeitschrift kaufen will. Der Copypreis selbst trägt wohl immer weniger zu den Erlösmodellen der Verlage bei - könnte man meinen.

Ach übrigens: Die ADAC Motorwelt ist immer noch mit Abstand vorne in der neuen ma. – logisch.

In diesem Sinne : Nice Weekend
Heiko Zacher

 

Gastkommentar Rainer Braun, Senior Projektleiter Research

Ein Internetauftritt ist mittlerweile mehr als eine digitale Visitenkarte, er ist das wichtigste Kommunikationsmedium eines B2B-Unternehmens im Netz. Zentraler Informationsknotenpunkt, emotionaler Ankerpunkt, Serviceeinheit und nicht zuletzt der wichtigste Erstvertriebskontakt mit Kunden.

Die Einstiegsseite entscheidet darüber, ob der Besucher auf Ihrer Website bleibt oder weitersurft. Und – sobald der Interessent auf Ihrer Website ist, bleibt der Wettbewerb außen vor.

Diesen Vorteil gilt es zu erkennen und zu nutzen!

Erfolgreich kann der Auftritt aber nur sein, wenn er relevant für die Zielpersonen ist. So sucht ein Produktentscheider andere Informationen als ein Investor oder ein Stellensuchender.

Doch findet der User die Informationen, die er sucht? Die „usability“, das einfache Handhaben wird immer mehr zum KO-Kriterium, wenn Ihre Site zu umständlich und/oder langsam ist.

Und last but not least – findet der User relevante Antworten auf seine Fragen?

Auch hier empfehlen wir Empirie vor Bauchgefühl – damit Sie keine Magenschmerzen bekommen!

Rainer Braun

 

 

dmexco 2013

Multioptionalität und Fragmentierung des Mediennutzers, Trend zur Screen-Synchronisierung bei den Anbietern

Darf man der diesjährigen dmexco Glauben schenken, so wird Deutschland  nicht mehr nur, sondern ist  bereits Multiscreen.
Der digitale Kosmos dehnt sich weiter aus, Multiscreen ist nunmehr an der Tagesordnung und im Jahr 2013 bereits gelebte Medienrealität.
In den meisten Fällen haben die Inhalte der verschiedenen Devices, ob Smartphone, Tablet, Laptop oder TV, nichts miteinander zu tun.
Zum sogenannten First Screen wird dann derjenige Bildschirm auserkoren, dem die Hauptaufmerksamkeit des Nutzers zuteil wird.  Den Nutzer freut’s, denn die Auswahl on und offline scheint schier grenzenlos.
Zwar erhöht die wachsende Zahl der Bildschirmmedien die Kontaktchancen zur Zielgruppe, stellt Publisher, Vermarkter und Mediaplaner aber gleichermaßen vor enorme Herausforderungen bei der Planung neuer Werbe- und Kommunikationsstrategien. Online-Werbung wird somit immer aufwendiger:
Publisher und Vermarkter müssen ihren Kunden neue innovative Lösungen präsentieren, die es erlauben Zielgruppen schnell, effizient und zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzusprechen. Kreative stehen vor der neuen Herausforderung Werbemittel  zu entwickeln, die auf allen Formaten, ob nun 4 oder 40 Zoll Bildschirme, gleichermaßen ausgeliefert werden können, und dass in Echtzeit.
Mediaplaner stehen vor der neuen und schwierig zu beantwortenden  Frage wer bzw. welche Zielgruppe greift in welcher Situation, zu welcher Zeit auf welches Endgerät und wie lässt sie sich dann am besten ansprechen.
Keine leichte Aufgabe, aber genau darauf müssen Multiscreen-Kampagnen in Zukunft Rücksicht nehmen.
Es bleibt also auch in Zukunft spannend im digitalen Kosmos des 21 Jahrhunderts….

Sina Lindenlaub
Projektleiterin Planung und Einkauf digital

Wer diese Reihenfolge einhält, braucht die aktuelle Diskussion, Mediaeinkauf ohne Mediaagenturen, nicht zu fürchten und schon gar nicht die Forderung nach ruhigeren Werbeformen statt nervige Banner. Vielleicht ist die von Gabor Steingart angeschobene Debatte ja nur ein Ablenkungsmanöver zum Reizwort Trading? Oder will er mit seinem starken Auftritt beim Zeitungsgipfel die Print-Geister wieder wecken?

Wenn Kunden, also Werbetreibende, direkt einkaufen, kommt nach anfänglicher Zufriedenheit die kognitive Dissonanz, wenn also die Richtigkeit einer Einkaufsentscheidung in Frage gestellt wird! Warum ist das so? Der Kunde steht mit seiner Einkaufsentscheidung alleine da. Die Agenturen sind außen vor und die Medien freuen sich. Das Mediageschäft kann so einfach sein!

Nein, einkaufen ist eine kaufmännische Dienstleistung mit vielen Verführungen. Ohne fundierte Forschung und einer effizienten und effektiven Mediaplanung bleibt der erzielte Einkaufsvorteil nur ein Teilerfolg. Einkauf und Preis dürfen nicht das einzige Entscheidungs- und Kontrollkriterium sein. Mehr Mut liebe Kunden; man muss sich für mehr Qualität in der Mediaplanung nicht schämen. Zugegeben, dieses Vorgehen macht mehr Arbeit. Und natürlich hat der OMG Sprecher Hans Georg Stolz Recht, dass anhaltende sinkende Auflagenzahlen das Mediaverhalten, gerade auch bei jüngeren Zielgruppen, signifikant verändert hat. Das ist Fakt! Man kann nicht Qualität ausschließlich mit Print gleichsetzen und die Welt der Banner verdonnern, wenn man selbst damit wirbt?!

Deshalb noch einmal; unsere Zielgruppen nutzen unterschiedlichste Medienkanäle, vermehrt die Digitalen, die Mobilen! Aber auch noch Print wie gerade die LAE 2013 unter Beweis stellt. Wir können dies nicht ignorieren. Wir müssen nur wissen, welche? So einfach ist Mediaplanung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohes Einkaufen.

Ihr

Hans Schneider

Moin, Hamburg.

Wenn die „Elbphilharmonie“ aus den Schlagzeilen verschwindet, dann müssen eben andere Geschichten her.

Ausgangspunkt: Eine ganz normale Geschäftsreise in den Norden der Republik. Ich steige in ein Taxi und die Fahrt zum Hotel  geht an der Elbphilharmonie vorbei. Der Taxifahrer regt sich über die verbrannten Steuergelder auf. Auf meinem Smartphone lese ich gerade was die Hamburger Medienhäuser so umtreibt. Der Spiegel feuert seine Chefredakteure und das Bertelsmann Tochterunternehmen G+J stellt einen neuen Vorstand auf unter dem Vorsitz von Frau Jäkel.

Hintergrund: Die Auflagen sinken. Handlungsbedarf ist gefragt. Neue Köpfe müssen her oder besser gesagt neue Konzepte. Oder neue Geschichten? Das Intermezzo der Flaggschiffe SPIEGEL und stern erinnert ein wenig an Hilflosigkeit oder sollte man sagen Neuorientierung?  Standen doch bisher beide Verlagshäuser für höchste journalistische Ansprüche, für Qualität. Die digitale Welt so scheint es, bringt die journalistischen Hochburgen doch kräftiger ins Wanken, als alle dachten.

Die stern Verantwortlichen träumen, nein drucken 1,6 Mio. Auflage und setzen in der Einführungsphase  auf die 1,- Euro Taktik. Verkaufte Auflage, egal wie. Wir brauchen Erfolg. Wir brauchen eine gute Story. Wo sind die kreativen Ideen? Gewinnt man so neue, jüngere Leser und das Vertrauen der Werbewirtschaft? Die IVW Meldung im April wird uns zeigen, ob die Rechnung aufgegangen ist.

Was der stern kann, kann der Spiegel schon lange. Die Trennung der Blattmacher an der Print und Digitalfront überrascht. Die Schlagzeilen haben sie, aber, das Vertrauen schwindet. Im täglichen Kampf um den besten Content ist jedes Mittel recht. Dann rollen auch schon einmal Köpfe. Fehlt es den Medienmanagern an Ideen, an Geschichten Menschen zu begeistern? Leser mit auf die Reise zu nehmen, ihnen spannenden Unterhaltung zu bieten?  Die Schnelllebigkeit fordert ihren Tribut.

Den Hamburgern gehen die Geschichten aus. Dann produziert man schnell eigene und bleibt so in den Schlagzeilen.

Ein ganz normaler Tag – in Hamburg? Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein.

Herzlichst

Ihr

Hans Schneider

 

 

1.  Dass man nur das ausgeben kann, was man hat!

2.  Dass haushalterische Tricks nur ein Etappensieg ist!

3.  Dass Zugeständnisse abhängig machen!

Die Einigung im Haushaltsstreit gilt als Erfolg für Präsident Barack Obama, da die Republikaner insbesondere bei der Besteuerung von reichen Amerikanern Zugeständnisse machten!

Zugeständnisse (?), haushalterische Tricks (?) Irgendwie kommen mir diese Begriffe bekannt vor. Wenn sie auch in unserer Werbebranche anders beschrieben werden, dann sehe ich doch eine gewisse Prallele. Im Vorfeld stehen immer Verhandlungen, Rituale, Machtspiele. Bei den einen (USA) geht es um den Haushalt, bei den anderen (Mediaagenturen, Medienvertreter und Kunden) geht es um den Mediaetat, um Transparenz und Offenheit im Mediageschäft. “Wer beraten will, darf nicht verkaufen wollen!” Wenn Zugeständnisse auf dem Rücken anderer ausgetragen werden, kann man dies als mediatechnische Raffinesse abtun. Hauptsache, ich, mein Unternehmen hat einen Vorteil. Oder Hauptsache meine Wähler sind zufrieden!  Formal alles richtig? Der Wettbewerb oder die Konkurenz schläft bekannlich nicht. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft. Der Stärkere gewinnt. Oder der mit dem besten Einkauf. Moral, ist hier fehl am Platze.  Wähler oder Werbetreibende sind für ihren Haushalt, ihren Mediaetat verantwortlich. Die Ausführenden tun dies, was verlangt wird.

Das Mediageschäft wird kleinteiliger, digitaler, wird vielfältiger. Neben all den Einkaufsrabatten ist wieder mehr Kreativität gefragt. Die Architektur einer effizienten und effektiven Mediaplanung wird komplexer. Mit der Brechstange – knallharte Verhandlungen – geht nicht mehr alles. Kunden hinterfragen kritischer. Medien können nicht mehr so wie in den guten alten Zeiten, als man noch Marktanteile erobern konnte wie man wollte! Und die Werbetreibenden, die großen Player haben mitgespielt. Alles legitim. Friede, Freude, Eierkuchen. Was lernen wir?  Wir sollten nicht nur auf die Haushalte der anderen schauen.

Ich wünsche uns und Ihnen – gerne auch zusammen – ein erfolgreiches Jahr 2013.

In diesem Sinne.

Ihr

Hans

Gastkommentar von
Heiko Zacher
Grouphead Strategische Planung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, seinen öffentlichen Gesangesauftritt zu gestalten,
„hochwertig“ in der Scala oder Met, „mittelmässig“ in der Castingshow oder „gut gemeint“ in der Karaoke Bar. Irgend einen Applaus kriegt man immer, es kommt dabei nicht nur drauf an, von wie vielen sondern auch von wem. Genauso verhält es sich auch in der Königsdisziplin der Kommunikation: effektives internationales Lead-Management ist nichts für Adressenzähler und -saldierer, sondern eher für ABC Analytiker. Kaum zu glauben – aber wahr, hier werden noch sehr viele Chancen verschenkt, sei es
1. beim eigenen Repertoire
- Nur wer etwas liefert was die Leute auch hören wollen, wird viele (und vor allem die gewünschten) Menschen mobilisieren.
Der Unterschied zwischen dem richtigen „Song“ und dem „fast richtigen“ ist dabei in etwa so wie der zwischen „Looking for freedom“ und „Chimes of freedom“
2. beim Bühnenequipment
- „Such mal das stärkste Print Medium in Kasachstan oder sonstwo zwischen Europa und Asien, setz einen Flyer auf das zugehörige Onlineportal und warte“ reicht eben nicht.
Es geht selbst bei reinen Produktkampagnen (darfs die überhaupt noch geben???) immer mehr auch darum, Vertrauen, Sympathie, Partnerschaft, Nutzwert, Kompetenz, Glaubwürdigkeit, Dialogfähigkeit, Effizienz, Verlässlichkeit, Liefersicherheit, Problemrelevanz, Freude, landesspezifisches Engagement, Nachhaltigkeit, … in die Wagschale zu werfen – das geht nicht allein über Reichweiten und Zugriffszahlen.
3. bei der After Show Party
- Huch ganz viele Leute! – Hab ich denen vielleicht noch mehr zu erzählen, außer dem was sie sich sowieso grad downgeloaded haben? Wenn nicht muss ich eigentlich auch gar nicht zu wissen wer das ist.
Vorbereitet sein, auf das was kommen kann/soll ist die Devise. Ein Konzert ohne „Zugabe“ ist nicht wirklich eins. Am aller schlimmsten ist´s wenn noch nichtmal „Zugabe“ gerufen wird aus dem Auditorium.

Wie auch immer, der Spagat zwischen individueller Informations- und Reizüberflutung der Zielgruppe bei immer selektiverer Rezeptionsbereitschaft geht weiter auseinander. Nicht nur – aber umso mehr bei BtoB Entscheidern ist die Zeit für „Ich schau mich mal um und geh dann shoppen“ begrenzt. Information auf den Punkt ist gefragt. Ich lass nur an mich ran; was mich im Argumentationskreis im Buying Center weiterbringt. Da kann es schon mal sein, dass ich mir ein Whitepaper über Werkstoffsimulation eben nicht downloade, weil ichs – zwar prinzipiell schon aber eben momentan grad nicht – brauche, da ich auf der dringenden Suche nach Analog-Digital Konvertern bin. Die Folge ist: Der Lead fehlt mir dann eben. Pech?
Unter anderem aus diesem Grund versucht man übrigens, Lead Kampagnen als längerfristige Aktionen zu etablieren (natürlich richtig !). Irgendwann trifft man schon die Phase bei der Zielgruppe in der´s um meine Produkte/ Marke geht (Suboptimal). Viel zu stiefmütterlich wird dabei aber wirklich auf Markensynergien und Irradiationseffekte gesetzt. „War schon immer gut – ist auch jetzt gut“ ist mehr wert als man denkt. So kann man auch beispielsweise auf ein Springsteen Konzert immer gehen, egal ob man schon weiß wie das neue Album ist. Bei einigen anderen sollte man erstmal abwarten.
Alles in allem: Jeder Lead ist schon durchs Konkurrenztrommeln durch und bei mir gelanded. Stellen Sie sicher, daß die Potenziale ausgeschöpft werden. Es gibt mit den tatsächlich qualifizierten Leads Arbeit genug, verbauen Sie sich nicht die Pflege dieser dadurch, dass Sie die unqualifizierten erst mühsam rauslesen müssen.
Und in jedem Fall drauf achten, wenns darum geht Vehikel für die „qualifizierten“ Leads zu finden: Es gibt einen Unterschied zwischen Bolschoi Ballett und „ein Lead für Baku“.
Heiko Zacher

… manchmal könnt´ man fragen: oder etwa doch?  Sind schiefe Mediapläne vielleicht deshalb schief, weil “schief” eingekauft?  Ein Thema, das allzu oft als gegeben hingenommen wird und zu selten wirklich hinterfragt.

Vielleicht sollte man das öfter tun. Mut haben, schiefe Pläne einfach mal gerade zu rücken, auch wenns dem einen oder anderen “War schon immer so”-Medium nicht gefällt. Im nächsten Mediaplan profitiert vielleicht gerade dieses Medium vom Geraderücken.

In unserer letzten Mailingaktion haben wir gesagt: „Wer beraten will, darf nicht verkaufen wollen!“
Zugegeben – etwas schwere Literatur in den warmen Sommertagen. Was ich sagen möchte; wir sollten alle wieder etwas transparenter und kritischer miteinander umgehen.
Verstehen, anstatt nebulös erklären oder gar hinnehmen heisst die Devise. Natürlich kann man eine Top Qualität zu Top Konditionen einkaufen. Man sollte nur die Zielsetzung immer im Auge haben vor der nicht jeder effiziente Mediaplan auch ein Optimum in Sachen kommunikativer Effektivität darstellt.

Und einmal Hand aufs Herz: Wer möchte nicht seine Botschaft im seriösen Umfeld eines erstklassigen Journalismus sehen?

Horizont schrieb am 23. Februar 2012: “Qualität muss zur Gattung werden”
Das Zitat kommt vom Spiegel Vermarktungschef Norbert Facklam. Dem ist nichts hinzuzufügen. Trash und Ramsch sind keine Alternative. Wir sägen alle am Ast auf dem wir sitzen.

Noch ein guter Rat: Eine objektive Planung steht vor einem guten Einkauf. Nicht umgekehrt.

Wir sollten alle in den Sommerferien einmal darüber nachdenken. Erfolgreiche Kommunikation braucht gute Programmumfelder bzw Platzierungen – sie  braucht guten Content.

In diesem Sinne eine schöne Ferienzeit.

Ihr

Hans Schneider

Essen kommen!

Aus Wiesbaden wurde Essen. Aus Fachverlagen werden moderne Dienstleister? Der Kongress der deutschen Fachpresse zieht um. Aus der hessischen Landeshauptstadt in das dynamisch, aufstrebsame Ruhrgebiet. Wenn Dynamik und Aufstrebsam die Brücke für die Fachpresse ist, dann Happy Birthday, liebe Fachpresse. Dynamisch und aufstrebsam und erfolgreich! Im Focus steht ” Wege zum Geld” verdienen?!  Wer würde da widersprechen wollen? Erlösmodelle der Zukunft – Wachstumschancen im B2B Geschäft. Wo liegen aber die Chancen?

Corporate Media? Crossmedia?  Social Media? Old Media?  Man darf gespannt sein, über die Weichenstellung in Essen. Als unbedarfter Beobachter der Branche sollte man sich auf das “Gold der Branche” konzentrieren. Es ist und bleibt das geschriebene Wort. Die journalistische Unabhängigkeit. Content ist gefragt. Content, die harte Währung der Branche.  Ob gedruckt oder digital. Es ist und war schlechthin die Leistung der Fachmedien, das journalistische Gut.

Und dies,  unabhängig vom Standort. Essen sollte keine Standortdiskussion in Gang setzen, sondern Impulse.  Das verlegerische Geschäft wird – keine Frage – anspruchsvoller und komplexer. Hier sind Strategien, Kreativität und Mut gefordert.

Ich freue mich auf Essen und auf die vielen persönlichen Gespräche mit den Verlegern.

In diesem Sinne bis bald, ich bin dabei.

Ihr

Hans Schneider

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